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Bluthochdruck spürt man nicht. Das macht ihn so gefährlich.

Etwa jeder fünfte Mann hat Bluthochdruck (Hypertonie). Viele davon ahnen es gar nicht, weil Bluthochdruck keine Beschwerden verursacht. Dabei ist er mitverantwortlich für bedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt, Angina Pectoris, Schlaganfall, Netzhautschädigungen, Nierenversagen - und auch Erektionsstörungen. Daher sollte man seinen Blutdruck regelmäßig messen lassen. Sicherheitshalber.
    

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck hat jemand, dessen Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch sind und damit Blutgefäße und Organe belasten. Mediziner sprechen dann von Hypertonie oder arterieller Hypertonie.
Bluthochdruck ist keine Krankheit, sondern ein Risikofaktor für viele bedrohliche Krankheiten. Bluthochdruck ist also ein Warnsignal, das uns anzeigt: Es ist was zu tun!

Ursachen und Risikofaktoren

Der Blutdruck im menschlichen Körper wird in einem komplexen Zusammenspiel von biochemischen Botenstoffen mit den Organen, Blutgefäßen und dem Nervensystem reguliert. Auch die Spannung der Blutgefäßwände und der Salz-Wasser-Haushalt des Körpers spielen dabei eine Rolle. Welche Störungen in diesem Regelsystem zu Bluthochdruck führen können, ist noch nicht vollständig erforscht. Erst recht weiß man beim einzelnen Hypertoniker zumeist nicht, welche Mechanismen bei ihm zu Bluthochdruck führen.

Nur bei etwa 10 Prozent der Betroffenen ist der Bluthochdruck organisch bedingt, wie zum Beispiel durch eine Verengung der Nierenarterien oder durch Diabetes mellitus. In solchen Fällen muss zunächst die zugrunde liegende Erkrankung so weit wie möglich behandelt werden. Bei manchen sinkt bereits dadurch der Blutdruck auf normale Werte.

Bei den übrigen 90 Prozent ist keine organische Ursache erkennbar: Man spricht bei ihnen von essenzieller oder primärer Hypertonie.

Manchmal ist Bluthochdruck einfach Veranlagung. In vielen Fällen aber ist Bluthochdruck „selbstgemacht": Zu viel Alkohol, zu viele gesättigte Fettsäuren, zu viel Salz im Essen, zu wenig Bewegung, Rauchen, hohes Körpergewicht, Stress, Ärger und Unzufriedenheit erhöhen nachweislich den Blutdruck.

Bluthochdruck in Zahlen

Blutdruckmessen

Etwa jeder fünfte erwachsene Österreicher hat Bluthochdruck. Bei der österreichischen Gesundheitsbefragung 2006/2007 gab ein Fünftel der Befragten an, dass bei ihnen schon einmal erhöhter Blutdruck festgestellt wurde. Männer berichten das etwas seltener als Frauen, aber nicht weil sie gesünder wären, sondern weil sie seltener messen lassen. Das wären in Österreich immerhin 1,3 Mio. Menschen. Neun von zehn Betroffenen (89 %) hatten dieses Gesundheitsproblem auch während der letzten zwölf Monate. Mit zunehmendem Alter kommt Bluthochdruck immer häufiger vor. 94 Prozent der Personen, bei denen in den letzten zwölf Monaten Bluthochdruck festgestellt wurde, nehmen deswegen Medikamente oder werden behandelt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht sogar davon aus, dass ein Drittel aller Erwachsenen Bluthochdruck hat. Das hängt natürlich davon ab, ab welchen Messwerten man den Blutdruck als Hochdruck einstuft.

Wenn Bluthochdruck keine Krankheit ist, warum soll er dann behandelt werden?

Unbehandelter Bluthochdruck schädigt im Laufe der Jahre so wichtige Organe wie das Herz, die Herzkranzgefäße, das Gehirn, die Nieren oder die Blutgefäße. Die Folge können lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Bluthochdruck der Risikofaktor Nr. 1, und diese wiederum sind jene Erkrankungen, die für die meisten Todesfälle in der Bevölkerung verantwortlich sind.
Bluthochdruck geht bei Männern auch häufig mit erektiler Dysfunktion (Erektionsstörungen) einher. Wenn der Blutdruck erfolgreich gesenkt wird - insbesondere durch nicht-medikamentöse Maßnahmen -, schwinden oft auch die Potenzprobleme.

Gefäßveränderungen infolge von Bluthochdruck führen auch häufig zu Schäden an den Augen und an den Nieren.

Ziel der Behandlung von Bluthochdruck ist es deshalb, den Blutdruck auf normale Werte zu senken.

Was sind „normale“ Werte?

Blutdruckanzeige

Dafür muss man wissen, dass Blutdruck immer mit zwei Werten in mmHg (einer Maßeinheit speziell für Blutdruck) angegeben wird, z. B. 135/96. 

  • Der obere Wert (135) ist der systolische: Dieser Druck wird gemessen, wenn der Herzmuskel zusammengezogen ist und Blut in die Arterien gepresst wird.
  • Der untere Wert ist der diastolische: Dieser Druck wird gemessen, wenn der Herzmuskel entspannt ist und Blut angesaugt wird.

Blutdruckwerte bis 130/85 gelten als normal, niedrigere Werte als optimal. Werte, die etwas darüber liegen, gelten als ein wenig zu hoch, aber auch noch normal. Erst Werte ab 160/95 gelten als Bluthochdruck. Werte über 180/110 werden als schwere Hypertonie eingeordnet.
Viele Blutdruckwerte-Tabellen, die Sie online finden, unterscheiden sich geringfügig. Lassen Sie sich nicht verwirren: Die Grenze zwischen Normalbereich und Hypertonie ist einfach nicht so scharf. Auch die folgende Tabelle enthält nur Orientierungswerte:

Systolischer Wert                                   Diastolischer Wert
Normal< 130 mmHg                              < 95 mmHg
gering erhöht< 160 mmHg                      < 95 mmHg
Hypertonie> 160 mmHg                         > 95 mmHg
schwere Hypertonie> 180 mmHg             > 110 mmHg
systolische Hypertonie> 160 mmHg         < 85 mmHg

Im Alter steigt manchmal der obere (systolische) Wert über den „Normalwert", während der untere (diastolische) Wert im Normalbereich bleibt. Dieses Phänomen wird isolierte systolische Hypertonie genannt.

Die Normalwerte wurden in den letzten Jahren immer weiter nach unten gesetzt. Kritiker führen das auf das Interesse der Pharmaindustrie zurück, mehr Medikamente absetzen zu wollen.

Nur wiederholte Messung ist aussagekräftig!

Arzt kontrolliert Blutdruck Bei Routineuntersuchungen wird häufig der Blutdruck gemessen. Wenn dabei einmal zu hohe Werte auftreten, sollten keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. Durch den Stress einer ungewohnten Situation oder durch vorhergegangene körperliche Anstrengung steigt der Blutdruck oft kurzfristig an. In so einem Fall sollten noch mindestens zwei Kontrollmessungen an verschiedenen Tagen stattfinden. Ideal sind Werte, die man selbst zu Hause in entspannter Situation gemessen hat. Ein Blutdruckmessgerät kann man in jeder Drogerie oder in einem Medizinprodukte-Fachgeschäft kaufen.

Tipps, um Schäden durch Bluthochdruck zu vermeiden

rote rüben

Wenn Bluthochdruck festgestellt wird, kann man zumeist noch viel tun, um Schäden zu vermeiden!

Das wichtigste und wirksamste Mittel ist eine gesunde Lebensweise. Die mag am Anfang schwerfallen, kann aber leichten Bluthochdruck oft ganz ohne Medikamente beseitigen. Bei starkem Bluthochdruck kann eine Lebensstilveränderung bewirken, dass deutlich weniger Medikamente notwendig sind.

  • Normalgewicht anstreben
    Sie können sich ruhig satt essen, aber immer mindestens fünf Stunden dazwischen pausieren.
  • Mäßig Alkohol
    Vielleicht nur die Hälfte von früher ...
  • Wenig Kochsalz
  • In Keksen, Fertiggerichten, Wurst, Geräuchertem und Knabberzeug steckt sehr viel Salz zur Geschmacksverstärkung - naschen Sie doch lieber Rote-Rüben-Salat! Der senkt nachweislich den Blutdruck.
  • Gesunde Ernährung
    Gönnen Sie sich selbstgekochtes Essen mit guten Ölen und Zutaten vom Markt statt Wirtshausmenüs!
  • Verzicht auf Nikotin
    Damit tun Sie auch Ihren Zähnen und Ihren Mitmenschen etwas Gutes!
  • Regelmäßige körperliche Betätigung
    Wenn Sie nicht gleich ins Fitness-Center gehen wollen: gehen Sie einfach mal zu Fuß ins Büro, oder verzichten Sie auf den Lift und nehmen Sie die Treppe!
  • Pausen für Erholung und Entspannung
    Ärger macht Stress! Gönnen Sie sich Lachen und Abschalten zwischendurch.
Stiegen steigen

Solche Lebensstilveränderungen senken oft die Blutdruckwerte bis zum Normalbereich - und sie lohnen sich immer: Sie machen schlank, kraftvoll und attraktiv!

Wenn blutdrucksenkende Arzneimittel unumgänglich sind, müssen diese für den Rest des Lebens eingenommen werden, denn sie ändern nichts am Grundproblem. Außerdem sollten Sie bedenken: Jedes Medikament, das wirkt, hat auch unerwünschte Nebenwirkungen.

Daher ist bei leichtem oder mittlerem Bluthochdruck zu empfehlen, erst einmal die neuen Lebensgewohnheiten einzuüben. Im Laufe der ersten drei Monate sinkt bei manchen Hypertonikern Blutdruck schon so weit, dass Medikamente gar nicht notwendig sind.

Bluthochdruck ist nicht isoliert zu sehen

Wie groß das Gesundheitsrisiko eines Mannes bei Bluthochdruck ist, hängt von seinem Gesamtrisiko ab. Das bedeutet, dass auch andere Faktoren in Betracht gezogen werden müssen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel ein Diabetes mellitus, eine frühere Herz-Kreislauf-Erkrankung, bereits geschädigte Organe oder familiäre Vorbelastungen. Je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, desto eher sollte der Blutdruck durch Medikamente gesenkt werden.

Gesundheitsportal Österreich

Quellenverzeichnis

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Ausgewählte Internetseiten

http://www.apotheken-umschau.de/Bluthochdruck 

http://www.hochdruckliga.de/bluthochdruck.html

http://www.herzstiftung.de/Bluthochdruck.html

 

 

 


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