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Krebserkrankungen bei Männern

Bei 19.626 Männern wurde im Jahr 2009 eine neue Krebserkrankung diagnostiziert. Mit einem Anteil von ungefähr 25 Prozent an sämtlichen Todesfällen bilden Krebserkrankungen nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Sterbeursache. Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der Krebserkrankungen bis zum Jahr 2050 auf 30 Prozent steigen wird. Der Grund dafür ist, dass die Menschen immer älter werden und von Krebserkrankungen insbesondere ältere Menschen betroffen sind. 
 

Gefährliche Tumorzellen

Krebs ist nicht gleich Krebs. Die Schulmedizin kennt etwa 300 verschiedene Krebsarten, wobei zwischen „soliden Organtumoren" und „systemischen Krebserkrankungen" des Blut- und Lymphsystems unterschieden wird. 

Allen gemein ist, dass sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Gene) verändern, dass diese Mutationen nicht mehr „repariert" und die Erbinformationen dadurch „verfälscht" werden. Durch rasche Teilung breiten sich die „Krebszellen" im umliegenden „gesunden" Gewebe aus. Es entsteht ein sogenannter bösartiger Tumor, eine Krebsgeschwulst, auch Malignom genannt. Die gefährlichste Eigenschaft von Krebszellen besteht jedoch darin, sich im Körper über die Blut- und Lymphbahnen auszubreiten und an entfernten Stellen Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden. Dabei bevorzugen einzelne Krebsarten spezifische Metastasierungswege, z. B. bildet Darmkrebs oftmals Lebermetastasen aus. Im schlimmsten Fall ist der ganze Körper mit Krebstumoren übersät.

Je älter ein Mensch ist, desto unzuverlässiger arbeitet das Reparatursystem seiner Gene, wie sich aus den Neuerkrankungszahlen ablesen lässt: Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 69 Jahren.

Anders als die bösartigen (malignen) Tumoren beschränken sich gutartige (benigne) Wucherungen ausschließlich auf ein Organ. Diese „ungefährlichen" Wucherungen wachsen sehr langsam und „fressen" sich nicht ins umliegende Gewebe ein.

Zivilisationskrankheit Krebs

Jedes Jahr wird bei rd. 20.000 Männern in Österreich Krebs diagnostiziert. Mit rund 4.900 Neuerkrankungen im Jahr ist Prostatakrebs in Österreich heute die häufigste Krebsart beim Mann. Hauptgrund hierfür ist die wachsende Lebenserwartung. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren. An zweiter Stelle steht beim Mann der Lungenkrebs mit 2.747 Neuerkrankungen, gefolgt vom Darmkrebs mit 2.663 Erkrankungen jährlich.

Obwohl für viele Krebsarten die konkreten Ursachen nicht bekannt sind, können bei einigen Tumorarten sehr konkrete Erkrankungsrisiken benannt werden:

  • In fünf bis zehn Prozent der Fälle sind die Veränderungen erblich bedingt, d. h., in den betroffenen Familien tritt eine Krebsart gehäuft und bereits in jungen Jahren auf.
  • Grundsätzlich steigt die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, im Alter sehr stark an. 84 Prozent der krebserkrankten Männer sind älter als 55 Jahre.
  • Zu den Faktoren, die Gene verändern und so die Krebsentstehung fördern können, gehören UV-Strahlen ebenso wie krebsbegünstigende Chemikalien.
  • Von ausschlaggebender Bedeutung für viele Krebsarten ist auch der westliche Lebensstil mit erhöhtem Tabakkonsum, übermäßigem Alkoholgenuss, kalorienreicher Ernährung und zu wenig Bewegung.
  • Übergewicht, Fettleibigkeit und die damit einhergehenden Stoffwechselstörungen sind ernstzunehmende Risikofaktoren bei einer Vielzahl an Krebserkrankungen. Sie könnten sogar dem Rauchen den Rang als Krebsrisikofaktor Nummer eins ablaufen. Zu den Erkrankungen, bei denen ein gesicherter Zusammenhang zu Übergewicht besteht, zählen Nierenkrebs, Darmkrebs sowie Speiseröhrenkrebs.
 

Tabelle: Risikofaktoren für Krebs und deren Anteil an allen Krebstodesfällen

Risikofaktoren 

Anteil an Krebsbelastung 

Tumorarten 

Tabakrauchen

30 %

Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Harnblasenkrebs
Ernährungsgewohnheiten

30 %

Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Kehlkopfkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs
Übergewicht

10-20 % 

Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Kehlkopfkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs
Berufliche Faktoren

5 % 

Lungenkrebs, Harnblasenkrebs
Bewegungsarmut

5 % 

Darmkrebs 
Familiäre Vorgeschichte

5 %

Darmkrebs, Prostatakrebs, Hodenkrebs 
Viren, Infektionen

5 %

Leberkrebs (Hepatitis-B- und -C-Viren), Lymphome (Epstein-Barr-Virus), Leukämie (HTL-Virus-1), Magenkrebs (Helicobacter pylori)  
Übermäßiger Alkohol-konsum

3 %

Mundhöhlenkrebs, Rachenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Kehlkopfkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Magenkrebs, Leberkrebs,  
Schadstoffbelastung in der Umwelt

2 %

Lungenkrebs
Ionisierende, ultraviolette Strahlung

2 %

 Hautkrebs

* Weitere Risikofaktoren wie Medikamente, medizinische Behandlung etc. liegen unter 1 %.

Quelle: Colditz, G.; Samplin-Salgado, M.; Ryan C. (2002): Harvard Report on Cancer Prevention. Fulfilling the potential for cancer prevention: policy approaches. In: Cancer Causes and Control 13

Bewusst leben heißt Krebs vermeiden

Das individuelle Risiko, zu erkranken, kann niemand prognostizieren, weil bei der Entstehung von Krebs die genetischen Faktoren von entscheidender Bedeutung sind. Allerdings kann durch eine gesündere Lebensweise der allgemeine Gesundheitszustand verbessert werden, und das trägt dazu bei, bestimmte Krebsarten zu vermeiden.

Der „Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung", der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, ruft zu verantwortungsbewusstem Handeln auf:

  • das Rauchen rasch aufzugeben,
  • auf ballaststoffreiche, vitaminreiche Ernährung und Normalgewicht zu achten,
  • sich täglich zu bewegen,
  • den Alkoholkonsum einzuschränken, 
  • intensive Sonnenbestrahlung zu meiden,
  • die Vorschriften beim Umgang mit krebserregenden Schadstoffen zu beachten,
  • an der Darmkrebsfrüherkennung regelmäßig teilzunehmen.

Krebsfrüherkennung heißt länger leben

Termin Krebsfrüherkennung Niemals zuvor war das medizinische Wissen über Krebserkrankungen so groß wie heute. Die Diagnose „Krebs" ist längst kein Todesurteil mehr. Regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen erhöht die Chancen, einen bereits vorhandenen Tumor oder Vorstufen von Krebs zu diagnostizieren und zu heilen, ehe dieser sich ausbreitet und lebensbedrohlich wird. Deshalb sind diese Untersuchungen von großer Bedeutung. Bei einigen Krebsarten wie dem Darmkrebs können bei den Früherkennungsuntersuchungen sogar Vorformen eines bösartigen Tumors entdeckt und entfernt werden.

Drei Hauptsäulen der Therapie

Die Krebs-Behandlung fußt aus schulmedizinischer Sicht auf drei Säulen: der operativen Methode, der Strahlenbehandlung und der Chemotherapie. Von der Tumorart hängt es ab, welche Verfahren eingesetzt werden können und welche davon eher unterstützende Maßnahmen sind.

Operation: Operationen sind möglich, wenn sich der Tumor an einer für die chirurgische Entfernung günstigen Stelle befindet und sich noch keine Metastasen gebildet haben. Das vorrangige Ziel eines operativen Eingriffs ist es, alle Krebszellen herauszuschneiden, d. h. den Tumor vollständig zu entfernen.

Strahlentherapie: In Österreich erhalten rund 60 Prozent aller Krebspatienten eine Strahlentherapie, um die verbliebenen Tumorzellen zu zerstören. Das Wirkungsprinzip ist einfach: Bösartige Tumorzellen, die sich häufig teilen, werden durch die Bestrahlung abgetötet. Die Höhe der Strahlendosis oder die Größe des Bestrahlungsfeldes beeinflussen das Entstehen von Nebenwirkungen. Akute Folgen, vor allem Übelkeit, Unwohlsein, Müdigkeit und Hautrötungen, lassen sich nicht immer vermeiden. In den meisten Fällen sind die Nebenwirkungen nur vorübergehend.

Chemotherapie: Diese Behandlungsmethode mit sogenannten Zytostatika (Zellgiften) ist wegen ihrer Nebenwirkungen gefürchtet. Wie bei der Strahlentherapie entfalten die zellgiftigen Medikamente ihre Wirkung im Zellkern und sollen die Tumorzelle an ihrer ungehemmten Teilung hindern. Zytostatika können in Form von Tabletten, Infusionen oder Spritzen verabreicht werden. Über die Blutbahn gelangen sie in jeden Winkel des Körpers und erreichen damit auch alle Tumorzellen an jeder beliebigen Stelle. Beinahe zwangsläufig werden auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen, speziell Haarwurzeln, Knochenmark, Schleimhäute usw. Mögliche Folgen sind Haarausfall, Müdigkeit, eine verstärkte Infektionsanfälligkeit sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Hohes Alter trotz Erkrankung

Wie sehen die Überlebenschancen aus? Junge Männer mit Hodenkrebs und Kinder mit Leukämie haben gute Aussichten, ihre Erkrankung dauerhaft zu überwinden. Auch die Heilungsraten für Prostatakrebs und Dickdarmkrebs sind deutlich gestiegen. Krebs ist zwar durch die steigende Lebenserwartung häufiger geworden, die Chancen jedoch, mit und nach der Erkrankung ein hohes Alter zu erreichen, verbessern sich stetig.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter dem Gesundheitsportal Österreich und Männergesundheitsportal Deutschland.

Quellenverzeichnis

Ausgewählte Literatur

Beuth, J. (2011): Gut durch die Krebstherapie. 2. Auflage, Stuttgart

Corazza, V.; Daimler, R.; Ernst, A. (2001): Kursbuch Gesundheit. Köln

Stamatiasid-Smidt, H.; Zur Hausen, H. (2006): Thema Krebs. Fragen und Antworten. 3. Auflage, Heidelberg

Ausgewählte Internetseiten

Sozialversicherung: Vorsorge neu. Online unter: www.sozialversicherung.at 

Statistik Austria: Krebsinzidenz im Überblick. Online unter: www.statistik.at 

Statistik Austria (2010): Krebsinzidenz und Krebsmortalität in Österreich. Wien. Online unter: www.statistik.at 

Statistik Austria: Krebsprävalenz in Österreich. Online unter: www.statistik.at 

WHO: Ultraviolet radiation and the INTERSUN Programme. Online unter: www.who.int/uv/en/index.html 

Vertiefende Informationen zum Thema „Krebs"

Zahlreiche Ratgeber informieren allgemein verständlich über verschiedene Krebsarten, deren Früherkennung, Diagnose und Therapie sowie über die Nachsorge. Darüber hinaus werden Tipps für den persönlichen Lebensstil gegeben sowie Wissenswertes zu den aktuellen Vorsorge- und Früherkennungsverfahren angeboten. Diese Ratgeber können kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.

Deutsche Krebshilfe: www.krebshilfe.de/blaue-ratgeber.html  

Österreichische Krebshilfe: www.krebshilfe.net/ 

Österreichische Krebshilfe Wien: www.krebshilfe-wien.at 

Schweizer Krebsliga: www.krebsliga.ch/de/  

Weiterführende Links

Gesundheitsportal der Europäischen Union: www.ec.europa.eu/health-eu/health_problems/cancer/index_de.htm  

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de  


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