Zum Inhalt Zum Hauptmenü Zu weiteren Infos
A A A
drucken

Zahnerhalt statt Zahnersatz

Definition

Karies ist in aller Munde. Zahnfäule gehört zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten in Österreich und vielen anderen Industrieländern. Das Wort Karies kommt aus dem Lateinischen und ist mit „Fäulnis, Morschheit" zu übersetzen.

Gesunde Zähne spielen für die allgemeine Gesundheit, aber auch für das Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Sie dienen als Kauwerkzeug, zermahlen und zerkleinern unsere Nahrung für die Weiterverarbeitung im Körper. Zähne können Schmerzen verursachen, den Genuss des Essens beeinflussen, die Aussprache verändern und zu Ausgrenzung führen (vor allem bei Kindern und Jugendlichen). Häufig schuld an Beschwerden im Mund- und Rachenbereich ist Karies.

Zur Verbreitung von Karies in der Bevölkerung gibt es wenige Daten. Untersuchungen der 35- bis 44-Jährigen in Österreich zeigen, dass in dieser Altersgruppe etwa 15 Prozent Zahnkronen aufweisen, die infolge von Karies erforderlich geworden sind. Männer weisen insgesamt weniger durch Karies geschädigte Zähne auf als Frauen. Aktiv kariöse Zähne wurden insgesamt nur selten gefunden. Allerdings sind es hier die Männer, die häufiger unbehandelte Karies aufweisen.

Ursache und Risikofaktoren

Wie kommen die Löcher in die Zähne? Karies entsteht durch Bakterien im Mundraum. Zahnbelag muss regelmäßig entfernt werden, sonst führt das Zusammenwirken von Bakterien und Zahnbelag sowie häufiger Zuckerkonsum zu Zahnfäule. Die anfangs weißen, sich allmählich dunkel verfärbenden Flecken sind deutliche Warnzeichen für die Entstehung von Karies. Zahnschmelz bricht weg, und Karies entsteht. Die Löcher sind zumeist fühl- und sichtbar. Im Worst Case wird der ganze Zahn bis zur Zahnwurzel zerstört, und das Zahnfleisch sowie umliegende Gewebeteile entzünden sich.

Falsche Ernährung begünstigt das Entstehen von Karies. Süßes und Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten wie Pizza, Semmeln und Chips fördern die Vermehrung von Karies-Bakterien. Kohlenhydrate werden zu Säure verstoffwechselt und bieten Nahrung für die ungewollten Kleinstlebewesen.

Verzichten Sie, so gut es geht, auf zuckerhaltige Getränke, Süßigkeiten und kohlenhydratreiche Lebensmittel. Je öfter Sie naschen, desto schlechter ist das für Ihre Zähne. Wer wenig Kohlenhydrate und Zucker, zucker- und säurearme Getränke konsumiert, tut seinen Zähnen und seiner Figur etwas Gutes.

Vorbeugung und Früherkennung

Vater und Sohn putzen Zähne

Karies ist vermeidbar! Neben der zahngesunden Ernährung kommt der täglichen Zahnreinigung und Mundhygiene eine bedeutende Rolle zu. Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt ergänzt die tägliche Pflege zu Hause. Für die Früherkennung ist der Besuch beim Zahnarzt unerlässlich.

Richtig putzen ist nicht schwer. Es kommt auf die richtige Technik an. Verwenden Sie fluorhaltige Zahnpasta, und lassen Sie sich bei Fragen von Ihrem Zahnarzt beraten. Viele verwenden zu viel Druck beim Zähneputzen, so können Verletzungen von Zahnfleisch und Zähnen auftreten. Nicht nur Vorder- und Rückseite, auch die Seite zwischen den Zähnen muss geputzt werden. Dabei helfen Zahnseide und andere Hilfsmittel. Auch für die Putzmuffel unter uns: Tägliches Zähneputzen ist unerlässlich für gesunde, weiße Zähne und ein sympathisches Lächeln.

Täglich drei Minuten! So viel Zeit benötigt man, bis alle Zähne sauber sind. Drei Minuten braucht auch das Zahnpastafluorid, um sich im Zahnschmelz der Zähne einzulagern. Putzen Sie daher morgens und abends drei Minuten lang Ihre Zähne - auch eine Zahnputzuhr kann helfen.

Auf die richtige Bürste komm es an. Mit einem kleinen Bürstenkopf erreichen Sie die Zähne im hinteren Bereich des Mundes besser. Greifen Sie nicht zu Naturborsten, diese können Bakterien enthalten. Mittlerweile sind auch elektrische Zahnbürsten gut entwickelt und werden von vielen Zahnärzten empfohlen. Egal ob Sie eine mechanische oder eine elektrische Zahnbürste verwenden - spätestens alle drei Monate steht der Wechsel von Zahnbürste oder Bürstenkopf an.

Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt hat in der modernen Zahnheilkunde längst einen festen Stellenwert eingenommen. Stellen, die mit der täglichen Mundpflege nicht erreicht werden, werden in der professionellen Zahnreinigung gesäubert. Der Arzt oder der geschulte Zahnarzthelfer sehen, wo die Schwachstellen in der persönlichen Putztechnik liegen. Er säubert die Zahnzwischenräume, entfernt Zahnbelag und Zahnstein, poliert die Zähne und trägt ein fluoridhaltiges Präparat auf.

Symptome und Beschwerden

Karies ist im Anfangsstadium nie schmerzhaft und bleibt deshalb oft unentdeckt. Auch Löcher im Zahnschmelz bemerkt der Betroffene oft gar nicht oder spät. Erst wenn Karies das empfindliche Zahnbein oder Zahnmark erreicht hat, entstehen Schmerzen. Ein weiteres Anzeichen ist, wenn die Zähne empfindlich auf heiße, kalte und süße Speisen reagieren.

Untersuchung

Untersuchung auf Zahnarztstuhl

Wann waren Sie das letzte Mal beim Zahnarzt? Bei etwa zehn Prozent der Menschen löst die Vorstellung eines Zahnarztbesuchs Angstzustände aus. Die sogenannte Dentalphobie entsteht meist nach negativen und schmerzhaften Erfahrungen beim Zahnarzt. Vielfach wird der Besuch trotz Schmerzen lange hinausgezögert und in manchen Fällen sogar ganz vermieden. Die Folgen sind nicht nur für die Zähne und den Gesundheitszustand schlecht, auch der zwischenmenschliche Kontakt fällt schwerer. Das offene Lächeln bleibt aus, und Betroffene ziehen sich häufig zurück.

Deshalb sind regelmäßige Kontrollbesuche wichtig, denn Karies, die im Zahnzwischenraum oder unter einer alten Füllung entsteht, bleibt oft unentdeckt. Spezielle Röntgenbilder helfen, auch Karies, die im Verborgenen wirkt, zu entdecken.

Wie oft ist oft genug? Planen Sie regelmäßige Untersuchungen beim Zahnarzt fix in Ihrem Jahreskalender ein. Es gibt unterschiedliche Empfehlungen, wie oft der Kontrollbesuch nötig ist. Abhängig vom Zustand Ihrer Zähne, sollten Sie jedoch mindestens ein- bis zweimal im Jahr Ihren Zahnarzt aufsuchen. Am besten, Sie klären mit Ihrem Arzt, wie oft ein Kontrollbesuch durchgeführt werden soll.

Therapie

Durch regelmäßige Untersuchungen können Probleme in einer frühen Phase erkannt und kuriert werden. Im Anfangsstadium kann Karies oft mit Fluoriden behandelt und gestoppt werden.
Ist die Karies bereits fortgeschritten und hat im Zahn tiefe Löcher verursacht, dann hilft nur noch der Bohrer. Die kariösen Stellen müssen entfernt und das Loch mit Füllmaterial wie Amalgam, Gold oder Kunststoff verschlossen werden. Welches Material verwendet wird, ist im Einzelfall mit dem Zahnarzt / der Zahnärztin zu besprechen.

Bakterienalarm im Mund

Die Hand vor den Mund halten, ausatmen und schnuppern. Wer kennt den Kontrollgeruch in der Früh oder vor einer Verabredung nicht?

Nach dem Verzehr von rohen Zwiebeln oder Knoblauch leiden wir oft an einer „lästigen Fahne", die aber nur vorübergehend und unbedenklich ist. Wenn Mundgeruch jedoch dauerhaft ist, liegen die Ursachen meist nicht an bestimmten Nahrungsmitteln. Männer sind häufiger von anhaltendem unangenehmem Mundgeruch betroffen. Im höheren Alter steigt die Wahrscheinlichkeit von Mundgeruch.

Der medizinische Fachmann bezeichnet dieses Problem, von dem sechs Prozent der Bevölkerung betroffen sind, als Halitosis. Wenn der Atem dauerhaft „müffelt", liegt die Ursache bei 90 Prozent aller Fälle im Mund und Rachenraum. Nicht nur schlechte Zähne sind verantwortlich, auch Essensreste, die sich ansammeln, Zungenbelag und vor allem das Zahnfleisch sind die Übeltäter für schlechten Atem. Auslöser können aber auch Medikamente, Parodontitis oder eine Erkältung sein. Schlechter Atem kann aber auch ein Zeichen für eine ernsthafte Erkrankung wie Lungen- und Magenleiden, Essstörungen, Diabetes, Leber- und Nierenerkrankungen sowie Gastritis sein. Viele Ärzte nützen daher den Mundgeruch zu einer ersten Diagnosestellung.

Befolgen Sie die Tipps gegen Mundgeruch: Reinigen Sie gründlich und regelmäßig Ihre Zähne. Verwenden Sie Zungenreiniger aus der Apotheke. Verzichten Sie auf Knoblauch, Zwiebel & Co. Kaugummikauen regt die Speichelproduktion an, und Speichel ist bekanntlich das Putzkommando im Mund. Tritt trotz dieses Maßnahmenpaketes keine Besserung ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine Krankheit ausschließen zu können.

Männer mit Biss

weiße Zähne

Zahnfleischbluten - einfach zu fest geputzt? Nein, Zahnfleischbluten kann nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Viele Menschen leiden an Zahnfleischentzündungen, wobei ältere Menschen häufiger betroffen sind. In Österreich hat ein Fünftel der Bevölkerung parodontalen Behandlungsbedarf, wobei Männer häufiger an ungesundem Zahnfleisch leiden. Gründe dafür sind in den Zahnfleischrändern zu suchen, denn dort, wo der Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch nicht ordnungsgemäß geputzt wird, sammeln sich gern Bakterien an. Ihre Abbauprodukte verursachen, dass sich das Zahnfleischgewebe entzündet, anschwillt und bereits bei leichter Berührung mit der Zahnbürste blutet. Weitere Anzeichen von Zahnfleischentzündungen sind gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch.

Weitere Informationen unter Gesundheitsportal Österreich und Männergesundheitsportal Deutschland.

Quellenverzeichnis

Ausgewählte Literatur

Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten (2001): Karies - immer noch ein Problem? Solingen. http://www.imeonline.de/uploads/tx_symposion/symposium_sept_2000.pdf 

Milhahn, K. (o. J.): Sauer macht löchrig. http://www.stern.de/zaehne/erkrankungen/karies-sauer-macht-loechrig-607061.html 

N. N. (2009): Angst vor dem Zahnarzt? http://derstandard.at/1237229875112/Phobien-Angst-vor-dem-Zahnarzt 

ÖBIG 2001: Zahnstatus 2000: 35- bis 44-Jährige und 65- bis 74-Jährige. Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen. Wien

Pieper, K.; Jablonski-Momeni, A. (2008): Prävalenz der Milchzahnkaries in Deutschland. Oralprophylaxe 30:6-10

Raffle, A.; Gray, J. A. M. (2007): Screening. Durchführung und Nutzen von Vorsorgeuntersuchungen. Bern

Schorr, S. (2010): Karies - Morsche Beißer. http://www.netdoktor.de/Gesund-Leben/Zaehne/Wissen/Karies-Morsche-Beisser-6045.html 

Ausgewählte Internetseiten

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (2010): Auf einen Blick: Kariesprophylaxe. http://www.gesundheitsinformation.de/auf-einen-blick-kariesprophylaxe.627.de.html

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. Der Aufbau der Zähne und des Zahnapparates. Zahnbürsten, das Grundwerkzeug für saubere Zähne. http://www.kzbv.de/ 


Gesundheit Österreich GmbH
© 2015 Sozialministerium - Männerpolitische Grundsatzabteilung, Impressum, Kontakt, Sitemap