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Endlich rauchfrei - Wege aus der Tabaksucht

Rauchen macht krank! Trotz besseren Wissens greifen Millionen Raucher täglich zur gewohnten Zigarette. Dabei würden sich rund 40 Prozent der aktiven Raucher lieber heute als morgen vom Glimmstängel verabschieden. Doch ohne Unterstützung aufzuhören ist schwer. Rein statistisch betrachtet, sind durchschnittlich nur 3 Prozent aller Rauchstoppversuche, die allein durchgeführt werden, auch nach einem Jahr noch erfolgreich. Wer sich professionelle Hilfe und/oder medikamentöse Unterstützung holt, erhöht seine Erfolgschance auf immerhin 40 Prozent. Im Durchschnitt braucht ein Raucher sechs Versuche, um langfristig abstinent zu werden.

    

Fakten zur Tabaksucht

Tabakrauchen - dazu zählt nicht nur das Rauchen von Zigaretten, sondern auch von Zigarren, von Pfeifen und von Wasserpfeifen - ist das größte gesundheitliche Risiko, das selbst beeinflusst werden kann. Man setzt sich dabei freiwillig einer Abhängigkeit und verschiedensten Krankheiten aus. Beim Inhalieren des Rauches gelangen giftige Stoffe durch die Atemwege in fast alle Organe des Körpers, und verschiedene Krebsformen können ausgelöst werden (z. B. Bronchien, Kehlkopf, Speiseröhre, Leber, Bauchspeicheldrüse, Blut oder Harnblase). Besonders betroffen sind v. a. die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System; Rauchen führt aber auch dazu, dass die Haut schneller altert und die Zähne schlechter werden. Rauchende Männer leiden häufig an Störungen der Erektionsfähigkeit und schädigen die Befruchtungsfähigkeit der Spermien sowie die Erbinformationen.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben pro Jahr rund fünf Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. In Österreich wird die Zahl der jährlichen Todesopfer auf rund 14.000 Personen geschätzt. Trotz dieser dramatischen Zahlen ist Rauchen in Österreich sehr verbreitet: Rund ein Drittel der österreichischen Bevölkerung über 15 Jahre greift täglich zur Zigarette.

Nicht zu unterschätzen ist das Passivrauchen, es bringt kaum weniger negative Folgen für die Gesundheit mit sich als aktives Rauchen. Das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und klar deklarierte Nichtraucherräume in Gaststätten soll Nichtraucher vor dem Passivrauchen wirksam schützen.

Weitere Informationen zu Rauchstopp finden Sie auch auf dem Österreichischen Gesundheitsportal.

Tabakentwöhnung – aller Anfang ist schwer

Sie haben den Entschluss gefasst, mit dem Rauchen aufzuhören. Gratulation! Ein Leben ohne Zigaretten ist zunächst nur schwer vorstellbar. Wer aber bewusst aus der Sucht aussteigen will, bringt schon die zentralen Voraussetzungen für ein Leben ohne Qualm mit.
Aber wie das Laster tatsächlich loswerden? Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Methoden und Hilfsangeboten. Keine davon bietet eine hundertprozentige Erfolgsquote. Jeder muss selbst entdecken, welche Methode für ihn die richtige ist. Ob die Wahl auf ein medikamentöses, verhaltenstherapeutisches oder auf ein alternatives Verfahren fällt, Disziplin, Geduld und Motivation gehören immer dazu. Eine genaue Beschreibung der medikamentösen Behandlung sowie anderer alternativer Behandlungsformen finden Sie auf den weiteren Seiten des Männergesundheitsportales.

Außerdem gibt es einige Tipps für Raucher, mit denen ein Leben ohne blauen Dunst leichter zu verwirklichen ist:

  • Durchhaltevermögen: Während der ersten Abstinenztage ist viel Durchhaltevermögen gefordert. Sind die ersten harten Tage überstanden, nehmen die Entzugserscheinungen langsam ab. In der Anfangsphase ist es wichtig, die bisher üblichen Rauchzeiten durch andere Tätigkeiten zu überbrücken und nicht mit Konsumprodukten wie Alkohol oder Essen zu ersetzen. Dies würde auf lange Sicht zu neuen, anderen Süchten führen.
  • Routinen ändern: Für die Disziplin ist es hilfreich, Orte zu meiden, an denen viel geraucht wird bzw. an denen man selber immer geraucht hat. Auch Situationen wie Kaffeepausen oder Wartezeiten müssen unbedingt mit Tätigkeiten überbrückt werden.
  • Mitstreiter: Motivierend sind Freunde oder Bekannte, die ebenfalls das Rauchen aufgeben möchten. Gemeinsam fällt der Entzug leichter, da man sich über die Schwierigkeiten der Entwöhnung austauschen kann. Hilfreich sind viel gemeinsame Bewegung und eine gesunde Ernährung.
  • Strahlende Zähne: Auch eine gute Zahnpflege und gründliche Reinigung der Zähne durch den Zahnarzt motivieren, das Rauchen nicht wieder anzufangen. Die Zähne sollten so lange wie möglich weiß bleiben.

Der Weg zum Nichtraucher ist mit vielen Fallen versehen. Auszutricksen sind sie durch frühzeitiges Erkennen typischer Rückfallsymptome und bewusste Verhaltensänderung. Worauf Sie achten sollten, damit Sie keinen Rückfall erleiden, können Sie unter Rückfallprävention nachlesen. Vor allem braucht es Durchhaltevermögen und den klaren Willen, nicht mehr rauchen zu wollen.

Der Ausstieg lohnt sich

Wer aus der Nikotinabhängigkeit aussteigt, bemerkt eine verbesserte Lebensqualität bereits nach wenigen Wochen. Nach dem Rauchstopp leben Geschmacks- und Geruchssinn wieder auf, d. h., das Essen schmeckt und riecht viel intensiver als zuvor. Viele Ex-Raucher berichten davon, dass ihre Atemwege freier sind und sie weniger unter Kurzatmigkeit leiden.

Bereits nach zwei Monaten verbessert sich die Lungenfunktion um 30 Prozent. Nach einem Jahr ist das Lungenkrebsrisiko nur noch halb so hoch wie zuvor. Dass sich die Lunge regeneriert, hat den positiven Effekt, dass der morgendliche Raucherhusten allmählich abklingt. Insgesamt steigt auch die körperliche Leistungsfähigkeit.

Aber nicht nur die gesundheitlichen Vorteile sind beachtlich. Mit jeder eingesparten Zigarette kann bares Geld beiseitegelegt werden. Wer das Zigarettengeld in eine Sparbüchse wirft bzw. eine jährliche Hochrechnung aufstellt, wird von der Summe überrascht sein, die nun in anderweitige Vergnügungen investiert werden kann.

Nichtrauchende Väter als Vorbild

Väter spielen in der Kindererziehung eine große Rolle (vgl. Lebensphasen / Familienplanung). Zentral dabei ist die Vorbildwirkung. Kinder von rauchenden Eltern haben ein höheres Risiko, mit dem Rauchen zu beginnen, als Kinder von nichtrauchenden Eltern.

Ein Vater muss sich dessen bewusst werden, dass er durch sein positives Vorleben als Nichtraucher seinen Kindern einen gesunden Lebensweg anbietet. Und nur so ist er seinen Kindern gegenüber glaubwürdig, denn verbietet ein rauchender Vater seinen Kindern, mit dem Rauchen zu beginnen, werden sie seine Erziehungsmaßnahme nicht ernst nehmen können.

Quellenverzeichnis

Ausgewählte Literatur

Batra, A.; Hienz, A. (2003): Neurobiologie der Alkohol- und Nikotinabhängigkeit. Stuttgart

Battegay, E.; Noseda, G.; Riesen, W. (2007): Atheroskleroseprävention: Diagnostik und Therapie von Risikofaktoren. Bern

Brosch, R.; Mader, R. (2004): Sucht und Suchtbehandlungen: Problematik und Therapie in Österreich. Wien

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2011): Tabakentwöhnung in Deutschland: Grundlagen und kommentierte Übersicht. 3. Auflage, Köln

Eisenbach-Stangl, I.; Lentner, S.; Mader, R. (2005): Männer Frauen Sucht. Wien

Groneberg, D.; Hausstein, K. (2008): Tabakabhängigkeit: Gesundheitliche Schäden durch das Rauchen. 2. Auflage, Berlin

Hering, T. (2011): Qualitätsmanuelle Tabakentwöhnung. Heidenheim

Kröger, C.; Lohmann B. (2007): Tabakkonsum und Tabakabhängigkeit. Göttingen

Lesch, O. (2007): Raucherentwöhnung - Tipps zur Prävention und Therapie in der Praxis. Bremen

Lichtenschopf, A. (2012): Standards der Tabakentwöhnung: Konsensus der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie-Update 2010. Wien

Schobesberger, R.; Rieder, A. (2003): Rauchen Frauen anders als Männer? In: Wiener Zeitschrift für Suchtforschung 3/4, 69-76

Schweizer, C. (2009): Vom blauen Dunst zum frischen Wind: Hypnotherapeutische Raucherentwöhnung in 5 Sitzungen. Heidelberg

Ausgewählte Internetseiten

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Tabakbedingte Störungen. Leitlinie Tabakentwöhnung. Online unter www.psychologie.tu-dresden.de/i2/klinische/therapie/rad/awmf_2004.pdf 

Universität Münster: Factsheet Rauchen. Online unter www.campus.uni-muenster.de/fileadmin/einrichtung/epi/download/forschung/publikationen/FactsheetRauchen.pdf 


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